Show me your closet

Wusstest du, dass sich in den letzten 20 Jahren der Kleidungskonsum verdoppelt und die Nutzungsdauer halbiert hat? 
Das verursacht ziemlich viele Umwelt- und soziale Probleme. Vielleicht hast Du schon mal die Bilder aus den Fabriken in Ländern des globalen Südens gesehen. Oder Bilder der Müllberge an Klamotten in der Wüste in Chile oder in Ghana auf den Müllhalden? Das hat alles damit zutun, dass wir so viel mehr Kleidung kaufen und sie aber nicht mehr lange tragen. 

Und somit geht mein Projekt “Show me your fridge” in eine neue Runde: Gemeinsam mit Julia Kline dokumentieren wir mit dem Projekt “Show me your closet” das Nutzungsverhalten von Kleidung. Auf diese Weise möchten wir zum Reflektieren des eigenen Konsums und der Nutzung von Kleidung anregen.

"Das Handtuch hat meine Mutter mir zur Geburt meiner Tochter gegeben. Da wurden wir schon drauf gewickelt. Meiner Mama war es sehr wichtig, dass ich es annehme dadurch das wir alle 3 Kinder es hatten. Ich fand es mega von meiner Mama. Dieses Handtuch ist 40 Jahre im Familienbesitz. So alt ist nun meine Schwester. Sie war die erste, die auf diesem Tuch gewickelt wurde. Wer weiss, vielleicht wird ja später meine Tochter auch ihre Kinder darauf wickeln und pflegen."

"Also draußen ist es mir wichtig, dass ich gut aussehe, aber zu Hause ist mir eigentlich egal, was ich anziehe. In meiner Freizeit, also, wenn ich jetzt irgendwo einkaufen gehe oder nur mal auf den Spielplatz, dann ziehe ich auch mal irgendwas an.

Oft kaufe ich meine Kleidung im DRK Laden, weil ich finde das spart viel Geld. Da kaufe ich mit meiner Mutter immer. Kinderkleidung kaufe ich meistens bei C&A, weil die gute Sachen für Kinder haben. Online kaufe ich gar nicht. Ich  komme mit diesem Bestellen gar nicht klar, ich will auch anprobieren und nicht wieder zurückschicken müssen. Das ist mir zu kompliziert. Ich kaufe also gerne persönlich und die Sachen behalte ich dann auch.

Alte Kleidung, die ich nicht mehr brauche gebe ich entweder meiner Schwester, das war schon immer so, oder in die Altkleidung.  Kinderkleidung wurde in unserer Familie immer weitergegeben. Ich habe sogar die Kleidung von meinem Bruder früher getragen. Wir haben auf dem Land gewohnt, da macht man das so. Die Kleidung meiner Tochter gebe ich dann an meine Nichte weiter. Meine Schwester nimmt die Kleidung auf jeden Fall gerne an. Und umgekehrt ist es genauso, wir tauschen auch immer. Ich hab zum Beispiel letztens von der Freundin meiner Mutter einen ganzen Sack bekommen und da haben wir uns das geteilt. Sie eine Hälfte und ich eine Hälfte und haben das untereinander aufgeteilt und es ist eigentlich schon immer so gewesen. Meine Schwester hat einen bisschen anderen Klamottenstil als ich. Sie versucht immer sich etwas moderner anzuziehen, schafft es aber nicht und ist dann dankbar, wenn sie meine Hosen bekommt.

Manchmal werden hier um die Ecke auch gelbe Säcke mit Kleidung auf die Mauer gelegt. Leider nicht mit einem Zettel 'zu Verschenken' dran, aber ich gehe ganz oft auch dahin dann abends und guck auch ob was dabei ist für mich. Die eine Bluse hier, hab ich letzten mitgenommen, die fand ich total schön. Die hab ich durchgewaschen und dann angezogen.

Meine Kleidung pflege ich sehr gut. Als ich eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin gemacht habe, war ich oft in der Textilpflege und dort habe ich gelernt nach Kennzeichnung zu waschen und sogar zu bügeln. Das finde ich sehr toll, weil ich das jetzt auch weiterführe und deswegen bleiben die Klamotten auch eigentlich sehr gut und sehr lange erhalten.

Bei Shein hab ich letzten auf TikTok gesehen, dass sich asiatische Frauen 12, 13, 14, 15 Stunden am Stück die Hände wund arbeiten. Das ist ganz schön heftig. Ich kannte die vorher garnicht, hab ich erst durch TikTok entdeckt. Ich bestell ja garnicht online, aber das hätte ich da garnicht erwartet und bei H&M auch nicht. Bei Kik und Takko glaub ich auch, da wusste ich das. Aber von H&M hätte ich das nicht erwartet. Aber da gehe ich auch fast nie hin."





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